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Erstochen am StrandAlbert Camus' „Der Fremde“ wird derzeit auf Rügen gedreht – die Schlüsselszene entsteht in Göhren. Profis und Studenten wirken mit.Göhren Drei Männer gehen am Strand von Göhren entlang. Mit einem Stück Holz droht einer einem anderen Schläge an. Der Provozierte zückt ein Messer und sticht die beiden Begleiter nieder. Eine Frau stürzt hinzu. Sie bleibt aber wie angewurzelt stehen, als sie das verschmierte Messer in der Hand des Täters – ihres Freundes – und die beiden Männer im Wasser liegend sieht. Dann folgt Stille, nur unterbrochen vom Rauschen des Meeres. „Danke, wirklich bezaubernd“, ruft Regisseurin Cecilia Malmström. Beifall beim Produktionsteam brandet auf. Alles nur Film, keine Panik. Die „Toten“ stehen wieder auf. Auch Gerdy Zint. Der „Angreifer“ ist aber mit seiner Leistung nicht so ganz zufrieden. „Ich bin irgendwie blöd gefallen“, meint er in Richtung Regie. Dort wird genickt. Nochmal auf Anfang. Ein weiterer Take war ohnehin geplant. Klappe. Cecilia Malmström gibt das Kommando: „Und, bitte!“ Am Strand von Göhren wird derzeit gedreht. Ein 14 Minuten langer Auszug des Buchs „Der Fremde“ von Albert Camus entsteht. „In einer sehr, sehr freien Adaption“, sagt Herstellungsleiter Norbert Skrovanek. „Die Handlung wurde von Algerien nach Rügen verlegt.“ Warum gerade Rügen? „Besonders wegen des Lichts“, sagt Regisseurin Malmström. „Das ist klarer als in Berlin.“ Viele schöne Motive habe sie gefunden. In Sassnitz und Zirkow, wo das rund 30-köpfige Team schon drehte. Camus' Buch habe sie mit 16 gelesen. „Das hat mich einfach nicht mehr losgelassen.“ Ein Traum, es zu verfilmen. Eine Woche Drehzeit steht für den Auszug auf dem Plan. Bis Samstag in Göhren. Dann soll die Schlüsselszene im Kasten sein. Der Kern: Wie kommt man dazu jemanden zu töten? Wer trägt die Schuld? Philosophisch und blutig zugleich. Die Spritzer sieht der Filmzuschauer später aber nur in Schwarz-Weiß. Dafür sorgt Kameramann Nicolas Joray, der sogar schon für einen Oscar nominiert war. Nicht nur er ist Profi am Set. Auch Hauptdarsteller Christian Koerner. Der Darsteller des Martin Sand war schon in mehreren TV-Krimis dabei. Was ist für ihn die Herausforderung bei diesem Dreh? „Der kontrollierte Kontrollverlust“, sagt Koerner. „Das Messer ist ein Fake, man kann damit aber immer noch verletzen“. Über und über ist er mit Filmblut bespritzt. Das hat Alexander Sascha Kolmikow gemixt. Die Bestandteile will er nicht verraten. Berufsgeheimnis. Gerade erst hat er mit Ben Kingsley in Rumänien gearbeitet. Für den heutigen Dreh kam er extra aus München. Gage bekommt er wie alle nicht. Mit der Szene sollen Förderer und Partner für den kompletten Film gewonnen werden. Auch Studenten der Medienakademie Rügen machen mit. Absolvent Tristan Eichler ist Tonassistent. Sein Job? „Absolut ruhig sein.“ Sich hinter der Kamera bewegen und den Schauspielern mit dem Mikrofon-Puschel nicht Schatten aufs Gesicht „zaubern“. Dass muss er jetzt erstmal nicht. „Mittagspause“, ruft jemand. Später geht's weiter. DANIEL KREUSCH Ostsee-Zeitung 25.08.2006
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Artikel im Internet "Sendungs-Bewusstsein" |
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